Kostenfreie Qualifizierung: Weiterbildungsmentor:innen (WBM) im Handwerk
Ob neue Montagetechniken, die Einarbeitung von Quereinsteigern oder digitale Baudokumentation: Im Handwerksalltag scheitert Weiterbildung fast nie am Willen – sondern an Termindruck, Ausfallzeiten und bürokratischen Hürden.
Genau an dieser Schnittstelle setzt das Projekt MentoS – KMU-Mentoring Saar an (eine Initiative der Arbeitskammer des Saarlandes in Kooperation mit dem iso-Institut). Wir unterstützen saarländische Handwerksbetriebe dabei, eine feste, betriebsnahe Ansprechperson für Weiterbildung direkt im eigenen Team zu etablieren: die Weiterbildungsmentor:innen (WBM).
Am 26. Januar 2027 startet im Bildungszentrum Kirkel die erste Qualifizierungsreihe speziell für das Handwerk.
Das Prinzip: Lotsen auf Augenhöhe statt Bürokratiemonster Weiterbildungsmentor:innen sind erfahrene Beschäftigte (z. B. Gesell:innen, Vorarbeiter:innen, Meister:innen), die Kolleginnen und Kollegen bei Qualifizierungsfragen zur Seite stehen.
* Kollegiale Lotsen: WBM haben ausdrücklich keine Führungs- oder Disziplinarfunktion. Sie beraten vertraulich auf Augenhöhe und bauen Hürden im Team ab.
* Geschäftsführung entlasten: WBM klären Bedarfe vor Ort in der Werkstatt oder auf der Baustelle und bereiten Maßnahmen entscheidungsreif für die Betriebsleitung vor.
* Kein zusätzlicher Bürojob: Die Rolle erfordert keine neue Vollzeitstelle; die zeitliche Ausgestaltung liegt vollständig und flexibel in Ihrer betrieblichen Entscheidungshoheit.
Das 3-Tage-Programm im Überblick: Die Qualifizierung erstreckt sich über 3 Praxistage in 3 Monaten, kombiniert mit praxisnahen Erprobungsphasen im eigenen Betrieb:
* Tag 1: Bedarf & Rolle (26. Januar 2027)
* Wissenslücken & Kosten erkennen: Demografische Lücken sowie Techniktrends im Betrieb aufdecken und Ausfall- bzw. Nacharbeitskosten mit einfachen Formeln beziffern.
* Rolle & Grenzen klären: Vertrauensperson sein, Erwartungen steuern und Aufgaben strikt von Führungsaufgaben trennen.
* Bedarfe erfassen & Erstgespräch führen: Reale Baustellen- und Werkstattprobleme strukturiert auf Augenhöhe ansprechen und in konkrete Lernbedarfe übersetzen.
* (Danach: 3–4 Wochen Erprobungsphase im eigenen Betrieb: Bedarf beobachten & Gespräch führen)
* Tag 2: Kommunikation & Planung (23. Februar 2027)
* Widerstände & Einwände auflösen: Typische Blockaden (Überlastungsschutz, Angst vor Fehlern oder Blamage) richtig deuten und Ängste nehmen.
* Überzeugend argumentieren: Kolleg:innen motivieren und die Betriebsleitung mit klarem wirtschaftlichem Nutzen für Qualifizierungen gewinnen.
* Lernwege wählen & planen: Zwischen internem Anlernen/Tandem, Inhouse-Schulung und externem Kurs den passenden Weg finden sowie Gespräche praxisnah trainieren.
* (Danach: 3–4 Wochen Erprobungsphase im eigenen Betrieb: Qualifizierungsvorhaben intern abstimmen)
* Tag 3: Förderung & Transfer (23. März 2027)
* Fördermittel zielsicher erschließen: Zuschüsse (z. B. KdW, Qualifizierungschancengesetz) ohne bürokratischen Frust für das Vorhaben nutzen.
* Regionale Partner einbinden: Kurze Wege zu Netzwerkpartnern nutzen, um direkte Unterstützung für den Betrieb abzurufen.
* Wissen sichern & verbindlich umsetzen: Erlerntes und Erfahrungswissen dauerhaft im Team halten sowie einen entscheidungsreifen betrieblichen Fahrplan festlegen.
Die Rahmendaten der Qualifizierung:
* Termine: 26. Januar 2027 | 23. Februar 2027 | 23. März 2027
* Uhrzeit: jeweils 09:00 bis 16:30 Uhr
* Ort: Bildungszentrum der Arbeitskammer, Am Tannenwald 1, 66459 Kirkel-Neuhäusel
* Kosten: Die Teilnahme ist vollständig kostenfrei (gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend).
* Zielgruppe: Gesell:innen, Vorarbeiter:innen, Meister:innen sowie Inhaber:innen und Betriebsleitungen.
Anmeldung unter:
Um eine gute Lernatmosphäre gestalten zu können, ist die Anzahl der Plätze begrenzt.